Die elektronische Patientenakte (ePA) verändert die Informationsflüsse im Gesundheitswesen grundlegend.
Für hausärztliche Praxen bedeutet das: neue Chancen für koordinierte Versorgung – aber auch neue organisatorische, technische und rechtliche Herausforderungen.

Als Bundesverband begleiten wir die Einführung der ePA auf mehreren Ebenen:
- politisch und strategisch
- organisatorisch im Verband
- praxisnah im Versorgungsalltag
- im Austausch mit unseren Mitgliedern
Auf dieser Seite finden Sie alle Informationen rund um das Thema ePA gebündelt.

Die elektronische Patientenakte wird das Gesundheitssystem verändern.
Ob sie die hausärztliche Versorgung stärkt oder zusätzlich belastet, entscheidet sich an ihrer konkreten Ausgestaltung.

Warum die ePA jetzt relevant ist
Die elektronische Patientenakte (ePA) gewinnt aktuell stark an Bedeutung, da sie seit 2025 schrittweise zum verbindlichen Standard in der Versorgung wird. Mit der Einführung der „ePA für alle“ wird sie automatisch für gesetzlich Versicherte angelegt (Opt-out), wodurch sie im Praxisalltag flächendeckend relevant ist. Spätestens seit Oktober 2025 sind Praxen verpflichtet, die ePA aktiv zu nutzen und medizinische Inhalte wie Befunde oder Arztbriefe einzustellen. Damit verändert sich die Rolle der ePA grundlegend: Sie ist nicht mehr optionales Zusatzangebot, sondern zentraler Bestandteil der Dokumentation und sektorenübergreifenden Versorgung – mit weiteren Ausbaustufen und Anforderungen ab 2026.
Aktuelle Entwicklungen
Aktuell steht weniger die Einführung als vielmehr die konkrete Nutzung der ePA im Fokus. Nachdem inzwischen nahezu alle gesetzlich Versicherten über eine ePA verfügen, rücken insbesondere praktische Anwendung und Weiterentwicklung in den Vordergrund. Schwerpunkte sind derzeit der Ausbau strukturierter Inhalte sowie die stärkere Integration von Medikationsdaten, etwa im Zusammenspiel mit dem E-Rezept. Gleichzeitig zeigen sich im Versorgungsalltag noch Herausforderungen, etwa bei der technischen Umsetzung und der konsequenten Befüllung. Die kommenden Ausbaustufen ab 2026 zielen daher vor allem darauf ab, die ePA funktional zu verbessern und ihren Nutzen im Praxisalltag weiter zu erhöhen.


Was bedeutet das für meine Praxis?
Die kommenden Ausbaustufen der ePA konzentrieren sich vor allem auf eine stärkere Strukturierung und bessere Nutzbarkeit der hinterlegten Daten. Dazu gehören insbesondere ein weiterentwickelter digitaler Medikationsprozess mit aktuellen Verordnungen und Dosierungen, strukturierte Labor- und Befunddaten sowie standardisierte medizinische Informationsobjekte. Perspektivisch soll die ePA zudem stärker für sektorenübergreifende Abläufe und – in pseudonymisierter Form – für Forschungszwecke genutzt werden. Für Hausarztpraxen bedeutet dies vor allem eine zunehmende Integration der ePA in den Behandlungsalltag: Dokumentation wird stärker standardisiert, Medikationsdaten gewinnen an Bedeutung und die ePA entwickelt sich schrittweise zu einer zentralen Informationsquelle für die kontinuierliche Versorgung.